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Inhalt der Seite "Konzept":

Ein Naturbad - was ist das?

In der Vergangenheit verband man mit dem Naturbaden oft das Waten durch Schilfund Röhricht, die Begegnung mit Schnaken, Fröschen und allerlei Kleintier. Nichts von dem prägt das moderne Naturbad heute. Saubere Wasserqualität, eigens angelegte Schwimmbecken und bekieste Randbereiche zeichnen die neuen Standards von Naturbädern aus. So auch in Olfen, wo die Wasserreinigung ohne Chemie ein besonderes Badeerlebnis bietet. Das Prinzip basiert auf einer Wasseraufbereitung durch angelegte Filterstufen, deren Wirkungsweise man der Natur abgeschaut hat und die in drei Abschnitten und einem durch Pumpen angetriebenen permanenten Kreislauf des Wassers liegen. Der Badebereich ist der nutzbare Wasserfläche des Naturbades. Er ist in einen Schwimmer -und Nichtschwimmerzone unterteilt. Die nutzbaren Wasserflächen verfügen über mehrere Überläufe, die so angeordnet sind, dass die gesamte Oberfläche der Schwimmerbereiche abgesaugt wird. Dadurch werden die Wasserflächen von Laub, Pollen u.a. gereinigt damit keine organischen Substanzen zusätzlich im Schwimmteich sedimentieren können.
Die durch die Besucher verursachte Wasserbewegung sorgt für die Anreicherung des Wassers mit Sauerstoff.

Das technische Feuchtgebiet als Herzstück

Die Wasserbecken selber unterscheiden sich optisch nicht von anderen Schwimmbecken. Das Herzstück des Olfener Naturbades ist das angrenzende technische Feuchtgebiet, das ca. 1Meter tiefer östlich des Badebereiches angelegt ist. Ein mit Röhricht bepflanzter Sandfilter (Schilfbeet) mit einer Gesamtfläche von ca. 1.500 m2, abgedichtet mit einer 1,5 mm starken gewebearmierten Folie. Über die Abdichtung wurde ein 50 Zentimeter mächtige Sandschicht aus verschiedenen Sanden aufgebracht, die 20 Zentimeter hoch überstaut wird. Die Sandschicht ist mit Röhricht bepflanzt, welches durch sein Trieb- und Wurzelwachstum die Reinigungsleistung und Nährstoffelimination übernimmt und als Grundlage für das Wachstum von Mikroorganismen dient. Um eine weitergehende Reinigung des Badewassers zu erreichen, ist das technische Feuchtgebiet in mehrere Bereiche mit verschiedenen Substraten und Zusatzstoffen (Kationentauscher, Katalysatoren) unterteilt. Diese Bereiche werden nacheinander von dem Wasser aus dem Schwimmbereich durchströmt. Dadurch wird die Nährstoffbindung und die Nährstofffestlegung erhöht. Nitrat wird von den ausgedehnten Röhrichtbeständen aufgenommen, überschüssige Nährstoffe werden gebunden und festgelegt. Die biologische Reinigungsleistung im technischen Feuchtgebiet erfolgt durch Mikroorganismen, Kleinstlebewesen in Verbindung mit Röhrichtpflanzen.

Durch die ausgedehnte flache Wasserfläche des technischen Feuchtgebietes sowie des Badebereiches erfolgt eine rasche Erwärmung des Wassers und somit eine verlängerte Badesaison.

Wasserkreislauf

Von den Überlaufrinnen im Badebereich gelangt das Wasser über Sammelrohrleitungen im freien Gelände in das ca. 100 Zentimeter tiefer liegende technische Feuchtgebiet zur Reinigung und Filterung. Bevor das Wasser wieder in den Nutzbereich zurückgepumpt wird, passiert es einen Feinfilter mit ca. 60 m2 Filterfläche aus Filtervlies, der unter einem Lärchenholzsteg am technischen Feuchtgebiet untergebracht ist. Hierdurch werden feinste Schweb- und Trübstoffe aus dem Wasser herausgefiltert und somit wird glasklares Badewasser erzeugt. Den Kreislauf zwischen Filter und Schwimmbereich gewährleisten drei Pumpen mit insgesamt 160 m3/h Pumpleistung und einer Leistungsaufnahme bis 12 KW/h. Die Pumpen werden in einem ca. 3x5 Meter großen Technikraum aus Stahlbeton trocken aufgestellt. Der Technikraum steht direkt am Sprungbereich und enthält die gesamte Technik wie Pumpen, Pumpenschacht, Mess- und Regeltechnik und Schaltschrank.

Das gereinigte Wasser wird durch die Pumpen über die Quellsteine und über die Dränleitungen in den Kieskörpern des Schwimmer- und Nichtschwimmerbereiches wieder in die Badebereiche eingespeist. Somit schließt sich der Wasserkreislauf.

 Foto
 Naturbad Olfen - Blick auf den Sprungturm
 Naturbad Olfen - Quellsteine mit Blick über die Liegewiese