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2Stromland

Experimentierraum für die Landschaft der Zukunft
Willkommen im 2Stromland

Der landschaftliche Wandel ist ein komplexer Prozess. Gerade im westlichen Münsterland wächst die Konkurrenz um die Fläche stetig: Neue Hochwasserschutz-Richtlinien, intensive Landwirtschaft, Naherholung – die Anforderungen unterliegen einem ständigen Wandel, überlagern sich, und eine Landschaft der Zukunft muss ihnen sinnvoll gerecht werden. Es gilt, wie in einem Mobile,   unterschiedliche Elemente in Balance zu halten, Lebensmittel und Energie zu produzieren, Trinkwasser zu gewinnen, Flora und Fauna zu schützen, Biotope neu zu schaffen etc. Diesen Herausforderungen stellt sich das 2Stromland.

Das 2Stromland ist ein vielseitiger Landschaftsraum zwischen Haltern am See, Olfen und Datteln, zwischen Ruhrgebiet und Münsterland. Namengebend sind die Flüsse Lippe und Stever, deren Flussauen das Bild prägen. Dazwischen wechseln sich Stauseen, Siedlungen, Heide, Wälder, Felder und Äcker ab. Das 2Stromland ist auch ein Konzept, das diesem Grenz- und Zwischenraum eine Identität gibt. Ideengeber und Umsetzer sind die Städte Haltern am See, Olfen und Datteln, die HVG Grünflächenmanagement GmbH, RAG Montan Immobilien GmbH, Gelsenwasser AG sowie der Lippeverband. Sie teilen die Auffassung, dass eine zukunftsfähige Landschaft ökonomisch tragfähig, ökologisch nachhaltig und für die Menschen erlebbar sein muss.

Schon jetzt steht das Projekt beispielhaft für eine erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit unter Einbindung privater Akteure. Durch gemeinsame Landschaftsentwicklungsziele rücken die administrativen Grenzen in den Hintergrund und der Natur- und Landschaftsraum in den Fokus.

Die Landschaftsagentur Plus übernimmt die Aufgabe, überregional zu beraten und zwischen Investoren, Flächennutzern und -eigentümern zu vermitteln, sodass einer nachhaltigen Entwicklung nichts im Wege steht. Zukünftig werden im Gleichklang Landwirtschaft, Auenlandschaften und Hutewälder die 8.000 ha große Gebietskulisse - das 2Stromland - prägen.

Weitere Informationen auf www.regionale2016.de

 

 

Experiment HUTEWALD

Wie entsteht ein abwechslungs- und artenreicher Wald? Einer, der sowohl attraktiv zur Naherholung als auch widerstandsfähig gegen die Auswirkungen des Klimawandels ist?

Mit dem Experiment „Hutewald“ wird in einem ehemals von Heide geprägten, heute aus Nadel- und Mischwald bestehendem Landschaftsraum zwischen Olfen und Haltern am See erforscht, wie durch Beweidung im Wald Lichtungen geschafft werden können, auf denen sich heimische Licht liebende Baumarten wohlfühlen. Geplant ist, Rinder in natürlichen Herden innerhalb großer Koppeln weiden zu lassen, sodass mit der Zeit Licht und Wärme an den Waldboden dringen. Mit diesen naturnahen, lichten Waldformen wird an die ursprüngliche Ausformung der Landschaft angeknüpft, die durch ausgedehnte Sandheiden gekennzeichnet war.

Das Experiment startet mit zwei, jeweils ungefähr 55 ha großen Flächen und einer Herdengröße von bis zu acht Tieren. Damit soll der Wald dauerhaft beweidet werden.

Experiment WASSERMODELL

Wie können Wassererlebnis und „Wasserlernen“ clever verknüpft werden?

Die Stadtmühlenbucht am Halterner Stausee wird zum Einstieg ins 2Stromland werden und Besuchern die komplexe Wasserlandschaft spielerisch nahebringen. Ein Wassermodell soll zur Erkundung der Region und der Rolle des Wassers im Kleinen einladen: Die öffentlichen Simulationen kann jeder nach Belieben durchwandern, anfassen, durchwaten oder sogar in sie hineinspringen. Dabei lernt man anschaulich, wie beispielsweise die Filtereigenschaften der Halterner Sande bei der Trinkwassergewinnung genutzt werden. „Sinnliche Erlebnisse statt trockener Hinweistafeln“ lautet das Motto am Stausee. Das Wassermodell ist außerdem Ausgangspunkt für Radtouren und Anlaufpunkt für Workshops zum Thema „Wasser“. Die Nutzung der Flussufer durch Menschen räumlich zu begrenzen, ist außerdem ein Experiment der Besucherlenkung: Könnten Weidezäune und Rinderherden akzeptable Begrenzungen abgeben?

Experiment FLUSSSTRAND

Wie gestalten Wasser und Tiere zukünftig die Landschaft? Wie können die Flussauen ökologisch aufgewertet und die Lippe für die Menschen erlebbar werden?

Die Lippe wird das 2Stromland als eines der dynamischen Fließgewässer prägen. Durch Schaffung unbefestigter Ufer und Verbreiterung des Flussbettes wird der „entfesselte Fluss“ ganz von alleine durch zuweilen hohe, zuweilen niedrige Wasserstände immer neue Wasserlandschaften erschaffen. Diese naturnahe Auenlandschaft mit Inseln und Sandbänken erhöht einerseits die Artenvielfalt und bietet andererseits naturnahe Orte der Entspannung. An zwei Stellen sind große Sandbänke vorgesehen, die allein der Flussdynamik überlassen werden und keiner intensiven Pflege bedürfen. Hier werden Besucher ganz nebenbei Respekt und Wertschätzung für die gestalterische Kraft des Wassers erfahren. Wassersimulationen machen die großräumigen Zusammenhänge von Wasser und Landschaft anschaulich und Erholungsuchende neugierig auf das 2Stromland.

Experiment AKADEMIE HAUS VOGELSANG

Wie sehen inspirierende außerschulische Lernorte, außeruniversitäre Forschungsorte und Orte der Fortbildung in einer Landschaft der Zukunft aus? Wie stärkt man sie durch Vernetzung?

Die Antwort erlebt der Besucher der Akademie Haus Vogelsang: Auf dem unmittelbar an den Lippeauen gelegenen Anwesen mit Übernachtungs- und Tagungsmöglichkeiten wird zukünftig gelernt, studiert und über die Zukunft nachgedacht. Kinder und Jugendliche erwandern Aue und Wald und erfahren in der Natur selbst, was sich wie auf die Landschaft auswirkt. Ausgestattet mit Fahrrädern, Booten und Kartenmaterial tauchen sie in die Geschichte ein oder folgen Tierfährten. Studierende, Lehrende und Führungskräfte arbeiten an Zukunftsfragen. Haus Vogelsang ist ein Lehrgelände für alle und reichert Körper und Geist mit Proviant und Informationen an. Stark durch Vernetzung: Die Akademie Haus Vogelsang wird eng mit dem Wassermodell in Haltern am See, dem Biologischen Zentrum in Lüdinghausen und der Biostation Kreis Recklinghausen kooperieren. Auch besteht eine Anbindung an das Forschungslabor „Baubotanik“.

Experiment WIRTSCHAFTSWEGE

Die landwirtschaftlichen Flächen des Experimentierraums sind durch Rationalisierung und Mechanisierung einem Strukturwandel unterworfen. Deshalb sollen sie so umgestaltet werden, dass die Kulturlandschaft erhalten und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe erhöht wird. Dazu wird das Wegenetz saniert, denn dieses ist eine grundlegende Voraussetzung für die Erreichbarkeit und kostengünstige Bewirtschaftung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen. Für das 2Stromland ist geplant, kleinere Wege aufzugeben oder zu Wanderwegen umfunktionierten und größere auszubauen.

Letztere müssen vielen Ansprüchen gerecht werden und dabei ökologisch sinnvoll angelegt sein: Angedacht sind beispielsweise eine Einspeisung für Biogas und Verkabelung mit Breitband. Nach der Umsetzung werden Landwirtschaft und Naturschutz mehr Flächen zur Verfügung stehen als zuvor.