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Klimaschutzkonzept

Integratives Klimaschutzkonzept für Olfen
Reduzierung der CO2-Emissionen

Die Stadt Olfen hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Klimawandel zu bewältigen bzw. größtmöglich einzugrenzen. Durch eine Reduzierung der CO2-Emmissionen und den Ausbau erneuerbarer Energien kann die Stadt Olfen zum Klimaschutz beitragen. Langfristiges Ziel ist es, für Wirtschaft, Bürgerinnen und Bürger eine attraktive, dezentrale und wirtschaftliche Versorgung mit Energie bereitzustellen. Aus diesem Grunde entschied sich die Stadt Olfen ein integriertes Klimaschutzkonzept erstellen zu lassen. Die Fortschritte und den bisherigen Stand können Sie sich hier anschauen.


Klimaschutzkonzept als Grundlage für weitere Planungen

Dies, um die bereits laufenden Aktivitäten und Projekte im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit zielgerichtet fortzusetzen und die Einführung erneuerbarer Energien künftig systematisch zu forcieren. Die Erstellung des integrierten Klimaschutzkonzeptes erfolgte entsprechend der Richtlinie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) zur Erstellung von Klimaschutzkonzepten. Die Ergebnisse des Klimaschutzkonzepts sollen als Grundlage für die weitere Konzeptionierung in der Stadt dienen mit den Zielen, kurz-, mittel- und langfristig CO2 einzusparen, selbst Energie aus erneuerbaren Quellen bereitzustellen und die Energieeffizienz in Olfen zu steigern.

Wesentliche Elemente der Studie sind die Erfassung des Ist-Zustandes der Energieversorgung (Situationsanalyse), die Berechnungen von technischen Potenzialen und bis zum Jahr 2030 erschließbaren Potenzialen (Potenzialanalyse) von regenerativen Energien, die Darstellung potenzieller Einsparmöglichkeiten in den Haushalten durch den Einsatz energieeffizienter Haushaltsgeräte, die Ermittlung der Treibhausgasemissionen, die aktuell und in Zukunft mit der Energieversorgung verbunden sind, sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Erschließung der Potenziale.

Diese sind in einem Maßnahmenkatalog zusammengefasst.


FORTSCHREIBUNG KLIMASCHUTZKONZEPT

In einer Ratssitzung der Stadt Olfen am 17. September 2019 wurde beschlossen, dass der Umwelt- und Klimagedanken weiterhin verstetigt werden soll und auf dieser Grundlage das Klimaschutzkonzept der Stadt Olfen regelmäßig fortgeschrieben werden soll. Dies dient vor allem dazu, den Maßnahmenkatalog immer wieder zu überprüfen und Neuerungen mit aufzunehmen, um immer einen aktuellen Leitfaden für die Klimaschutzaktivitäten im Ort zu haben.

 

Zukünftige Fortschreibungen können Sie hier einsehen.

Aktuell arbeitet die Stadt Olfen an der Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes.

 

Viele Ideen zum Klimaschutz 

Große Resonanz für Online-Ideenkarte

Die Liste ist lang und spannend zu lesen. Enthalten sind über 200 Ideen dazu, wie die Stadt Olfen und jeder Einzelne in dieser Stadt zukünftig noch mehr für den Klima- und Naturschutz tun kann.

„Zur Fortschreibung des Olfener Klimaschutzkonzeptes wollten wir die Bürger*innen mitnehmen und Meinungen und Ideen sammeln. Dazu fand in der Stadthalle eine Bürgerversammlung statt, die unter Coronabedingungen abgehalten und ca. 50 Teilnehmer hatte“, so der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Olfen Ingo Nowak.

Das andere Standbein als Ersatz für Präsenzveranstaltungen war eine Online-Ideenkarte. „Eine Idee aus dem süddeutschen Raum, die Olfen aufgenommen und von der Fa. Gertec verwirklichen lassen hat“, berichtet Nowak. Wie groß das Interesse von Nutzern aber auch von den Medien für diese Art der Beteiligung war, hat alle Verantwortlichen der Stadt Olfen gefreut.
Herausgekommen sind viele Ideen, die die Stadt Olfen in Sachen Klima- und Naturschutz weiter bringen kann. Aber es wurden auch andere Ideen für das Leben in Olfen auf dieser Karte, die die Möglichkeit der direkten Verortung bot, vermerkt.

„Die Kreativität der Olfener*innen war und ist groß, wenn es darum geht, für unsere Stadt etwas zu tun. In Sachen Klima- und Naturschutz standen an erster Stelle eine gewünschte Förderung für Photovoltaik-Anlagen, die Forcierung von Fassaden- und Dachbegrünungen, der Rückbau von Schottergärten, die Ausweitung des öffentlichen Personennahverkehrs und die Schaffung einer zuverlässigen Verbindung von Olfen zu den Bahnhöfen nach Selm und Haltern“, so Nowak.

 

 

 

Darüber hinaus habe es aber noch zahlreiche kleine und große Anregungen gegeben.

„Wir sind sehr froh darüber, dass sich so viele Olfener*innen aktiv mit der Zukunft unserer Stadt beschäftigt haben und werden jede einzelne Idee auswerten. Wie wichtig das Thema ist und wie ernst die Online-Teilnehmer*innen diese Art der Beteiligung genommen haben, sieht man deutlich an der Art der Beiträge. Es ist förmlich zu spüren, wie viele Gedanken sich die Teilnehmer*innen gemacht haben. Außerdem war nicht ein einziger Missbrauch des Portals zu verzeichnen“, so Nowak.

Alle Ideen und Anregungen werden derzeit aufgearbeitet, um sie schließlich mit den Ideen aus der Bürgerversammlung und den Hinweisen der einzelnen Ratsfraktionen abzugleichen. „Wir werden den Ideenkatalog nach Bereichen ordnen, um daraus einen möglichen Maßnahmenkatalog zu erstellen, der dann letztendlich von der Politik diskutiert und beschlossen werden soll“, erläutert Nowak das weitere Vorgehen. Zu dieser Entscheidungsfindung ist geplant, eine Sitzung zu terminieren, die sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigt.


Klimaforum Olfen trifft sich mit Bürgermeister zum Gespräch
„Meinungen und Interessen aus allen Teilen der Bevölkerung zusammenbringen“

Mitte November war Bürgermeister Wilhelm Sendermann einer Einladung des Klimaforums Olfen gefolgt, sich zum Thema Klimaschutz in Olfen auszutauschen. Sein Resümee: „Wir haben viele Themen angesprochen, die die Klima-Zukunft Olfens und darüber hinaus betrafen. Dabei haben wir Gemeinsamkeiten, aber auch genauso viele gegensätzliche Meinungen herausgearbeitet. So, wie es in einer gelebten Demokratie wichtig und gut ist. Nun gilt es, Meinungen, Ideen und Interessen aus allen Teilen unserer Bevölkerung für konkrete Umsetzungen im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes so zusammenzubringen, dass am Ende alle Olfener und vor allem die nächsten Generationen davon profitieren.“

Nachfolgend ein Bericht von Anja Lenz vom Klimaforum Olfen zu diesem Treffen:

 

Klima im Blick - das KFO im Gespräch mit Bürgermeister Sendermann

In allen Ratsfraktionen der Stadt herrscht Einigkeit: Umwelt- und Klimaschutz sollen in den Fokus rücken. Die Entwicklung des Klimaschutzkonzeptes, welches mit großem Interesse und Ideen aus der Bürgerschaft in den letzten Monaten mitgeprägt wurde, nimmt langsam Gestalt an und wird Anfang nächsten Jahres in einer Ratssitzung auf den Weg gebracht. Bürgermeister Wilhelm Sendermann traf sich jetzt mit den Mitglieder:innen des im Sommer 2021 gegründeten Klimaforums Olfen (KFO), um sich bei einem ersten Treffen kennenzulernen und sich über aktuelle Themen auszutauschen.

 

Überparteiliche Klimaschutzgruppe

Das KFO ist eine überparteiliche Klimaschutzgruppe, die aktiv dazu beitragen möchte, den Klimaschutz in Olfen mit Kreativität und Engagement weiterzuentwickeln. Seit der Gründung wurden bereits einige Ideen gesammelt und Ziele definiert, zum Beispiel, dass Olfen bis 2030 klimaneutral werden soll und der Wunsch nach einem transparenteren Austausch zwischen Politik, Stadt und Bürgern. Hier sieht sich das KFO als Vermittler zwischen allen Seiten, aber auch direkt in der Verantwortung, in der Bürgerschaft das Interesse zur Mitwirkung zu stärken. Inzwischen umfasst der Verteiler des KFOs mehr als 40 Personen. Es gibt ein zentrales Organisationsteam, engagierte Menschen mit Fachkompetenzen in Projekten, die sich beispielsweise mit den Handlungsfeldern Mobilität, Energie und anderen Tätigkeitsbereichen befassen oder auch diejenigen, die sich bei den regelmäßigen Treffen nur informieren möchten.

Es werden Aktionen geplant, wie beispielsweise im letzten September, als bei der Fahrraddemo zum Klima-Streiktag in Olfen 100 Demonstranten:innen teilnahmen. Es steht jedem frei, sich auf seine eigene Art im KFO einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und den Klimaschutz in Olfen voranzubringen, so Claudius Hirsch vom KFO.

 

Gemeinsamkeiten und Gegensätze

Im Gespräch zwischen Sendermann und dem KFO wurden Gemeinsamkeiten zu anstehenden Klimaschutzmaßnahmen gefunden, aber auch gegensätzliche Ansichten diskutiert. Insgesamt ist das KFO optimistisch, dass die Stadt Olfen, Politik und Bürger:innen zusammen einen Beitrag zur Beschleunigung des Klimaschutzes leisten können. Da bisher nicht bekannt ist, welche Punkte in das Klimaschutzkonzept eingearbeitet werden, konzentrierte sich das Gespräch auf die bereits festgelegten Ziele des KFOs und aktuelle Themen.

Ein wichtiges Ziel für das Klimaforum sei es, dass die Stadt bis 2030 klimaneutral wird. Da Olfen weder energieintensive Industrie noch einen Flughafen hat, seien wir auf dem Weg zur Klimaneutralität in einer sehr guten Position und könnten als eine der ersten Städte dabei sein, Deutschland bei der Einhaltung der Versprechen des Pariser Abkommens zu unterstützen. Denn Klimaneutralität zu erreichen, sei ein globales Projekt, so die Auslegung des Klimaforums Olfen. Eine notwendige Maßnahme, welche die Stadt Olfen umsetzen müsse, um dieses Ziel zu erreichen, sei die Ausrufung des Klimanotstands. Dieser solle, des KFOs zufolge, dazu dienen, die Kräfte aus Politik und Bevölkerung zu bündeln, um gemeinsam sofortige und entschlossene Anstrengungen zum Klimaschutz zu leisten. Das KFO äußerte im Gespräch mit Sendermann das Anliegen, die Stadt Olfen solle in einer Erklärung Regeln bestimmen, in der Nachhaltigkeit und ressourcenschonendes Handeln festgelegt sind. Viele andere deutsche Städte, wie Münster, Hamm oder Kamen hätten dies bereits getan. Mit der Ausrufung des Klimanotstands verpflichte sich die Stadt zudem bei jeder Entscheidung zu prüfen, ob es klimafreundlichere Möglichkeiten gibt und erkläre, dass der Wandel des Klimas einer Krise entspricht - eine Einstellung, die das KFO stark befürwortet. Auch im Haushalt könnten so Klimaschutzmaßnahmen verstärkt berücksichtigt werden. In diesem Transformationsprozess liege dem Klimaforum zufolge einer großen Chance. Ob die Ratsmitglieder dieser Ausführung folgen werden, wird erst Anfang nächsten Jahres feststehen.

Es wurden aber auch weitere Themen besprochen, wie der Bau der Neuen Stever. Sendermann unterstrich nochmals die Bedeutung dieses ungefähr 4 Kilometer langen, naturnahen Gewässers. Da der Planfeststellungsbeschluss bereits rechtskräftig ist, soll spätestens nächstes Jahr mit dem Bau begonnen werden. Seiner Ansicht nach, sei das Projekt zudem aus der Sicht von Naturund Umweltschutzaspekten ein sehr wertvoller Ansatz, welcher die Durchgängigkeit für das Stever Einzugsgebiet maßgeblich verbessern wird. Das KFO hingegen sieht die Rodung von 5 Hektar nicht verhältnismäßig – das bestehende Konzept aus 2009 berücksichtige in keiner Weise den aktuellen Klimawandel und die Funktion der CO2-Speicherung der bestehenden Bäume. Auch der Bodenaushub von rund 275.000 m³ Erde erzeuge Emissionen, die damals nicht berücksichtigt worden seien. Das KFO sieht aufgrund der „veralteten“ Planfeststellung hier Handlungsbedarf. Es müssten mehr Ausgleichsfelder als angegeben geschaffen werden, so die Haltung des KFO.

 

Auch das geplante Industriegebiet “newPark”, welches auf 290 Hektar großer Fläche bei Vinnum zwischen Lippe und dem Schwarzbach entstehen soll, sieht das Klimaforum aufgrund der Flächenversiegelung und der Umwandlung von Natur und Ackerfläche in ein Industrieareal als problematisch an. Solange neue Industriegebiete in die Landschaft gebaut werden, anstatt das Potential alter, brachliegender Flächen mit häufig auch besserer Infrastruktur zu nutzen, werde der Klimawandel durch die neue Versiegelung weiter angetrieben. Zudem werde sich die Landschaft vor Vinnum weitreichend verändern, so die Meinung des KFO. Sendermann setze alles daran, dass Vinnum nicht negativ beeinflusst wird. Ansonsten stehe er dem Projekt “newPark” positiv gegenüber und sehe durch das geplante Industrieareal auf dem Gebiet der Stadt Datteln ein großes Potential für neue Arbeitsplätze. Beide Parteien betonten zum Ende des Gespräches, dass dieses Treffen ein guter Einstieg zum Austausch zwischen Bürgermeister und KFO gewesen sei. Abschließend erklärte Sendermann, er wolle in naher Zukunft Räumlichkeiten für bürgerschaftliche Arbeit zur Verfügung stellen, denn aktive Bürgerkommunen zeichneten sich durch hohe Lebensqualität, Zufriedenheit der Bürger:innen aus und erleichterten die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Wer im Klimaforum Olfen mitwirken möchte, kann unter klimaforumolfen@ t-online.de Kontakt aufnehmen.